Kanalinspektion selber durchführen: SANYIPACE S8591DM im Praxis-Test

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Quelle & Kontext: Dieser Blogartikel ist die verschriftlichte Bildversion des YouTube-Videos „Hausanschluss Kanal verstopft? Kanalinspektion selber durchführen so geht’s“ vom YouTube-Kanal M1Molter – Der Heimwerker (@M1Molter). Inhaltlich basiert er auf dem dort gezeigten Praxiseinsatz und wurde für die Veröffentlichung als strukturierter Testbericht aufbereitet.

Wenn du die komplette Kamerafahrt sehen willst, findest du das Video im Original (inkl. Live-Aufnahmen) auf YouTube beim Kanal M1Molter – Der Heimwerker (@M1Molter). Außerdem findest du das Originalvideo weiter unten im Artikel als Einbettung.

Warum dieser Test? Rückstau, Verstopfung & Starkregen

In den letzten Jahren häufen sich bei uns lange Trockenphasen mit wenig Regen – und dann plötzlich Starkregen. Genau diese Wechsel sorgen bei mir immer wieder für Probleme am Hausanschluss: Teilverstopfungen, schlechter Abfluss und im Extremfall Rückstau in Richtung Keller.

Nachdem zuletzt wieder Wasser im Keller stand, war klar: Ich muss die Leitung prüfen – nicht nur „durchstoßen“, sondern verstehen, wo das Problem entsteht. Deshalb habe ich eine Kanalinspektion mit einer Rohrkamera durchgeführt und dokumentiert.

Testziel & Einsatzbedingungen

Testziel & Einsatzbedingungen

Ziel: Schäden, Fremdkörper oder eine Senke (Rohr abgesackt) erkennen – und die Stelle so bestimmen, dass man gezielt aufgraben kann.

Meine Rahmenbedingungen im Test:

  • Rohrdurchmesser: ca. 100 mm

  • Typische Symptome: wiederkehrende Teilverstopfung, zeitweise stehendes Wasser

  • Fokus: Bedienung, Bild, LED-Licht, Meterzähler (Entfernung), Praxistauglichkeit beim Durchfahren von Bögen

Das Testgerät: SANYIPACE S8591DM im Überblick

abflusskamera

Für die Inspektion habe ich das System SANYIPACE S8591DM genutzt. Es ist ein kompaktes Kanalkamera-Set, das sich besonders für Hausanschlüsse, Abflüsse und enge Hohlräume eignet.

Wichtige Merkmale (aus der Praxis):

  • 30 m Kabel auf Spule

  • 9" HD Monitor (Livebild)

  • Aufnahme von Video und Ton

  • Speicherkarte bis 128 GB (im Set oft eine Karte enthalten)

  • Meterzähler (m/ft umschaltbar) + Reset-Funktion für genaue Positionsbestimmung

  • Kamerakopf ca. 23 mm, robust und wasserdicht

  • 12 LEDs, dimmbar

  • Digitalzoom (5x)

  • Akku-Betrieb (mehrere Stunden), Laden/Weiterbetrieb per Kabel möglich

  • Adapter/Schutzkörbe für unterschiedliche Rohrdurchmesser

Unboxing & Aufbau: So schnell ist das System einsatzbereit

Der Aufbau ist angenehm unkompliziert:

  1. Spule/Anschluss mit der Displayeinheit verbinden und verriegeln

  2. Kamerakopf aufschrauben (Schutzkappen abnehmen)

  3. Passenden Protektor/Adapter wählen (bei mir: Rohr ~100 mm)

  4. Monitor starten – Livebild ist sofort da

Im Menü lassen sich u. a. Sprache (z. B. Deutsch), Bildausrichtung (Spiegeln/Drehen), Aufnahmefunktionen und Wiedergabe einstellen. Aufnahmen werden direkt auf der Speicherkarte abgelegt, Fotos/Videos lassen sich im Gerät abspielen und löschen.

Die wichtigsten Funktionen im Einsatz

1) Meterzähler: Der Gamechanger für „gezielt aufgraben“

Sobald man eine Problemstelle findet, ist die entscheidende Frage: Wo genau liegt sie?
Hier hilft der Meterzähler enorm: Man kann ihn an einer definierten Stelle auf Null setzen und bekommt dann die Distanz vom Startpunkt angezeigt. Das ist in der Praxis genau das, was man braucht, um später die Stelle wiederzufinden.

2) Dimmbares LED-Licht

In Rohren entscheidet Licht über „erkennbar“ oder „blind“. Mit den dimmbaren LEDs kann man Reflektionen reduzieren oder in dunklen Bereichen nachregeln.

Dimmbares LED-Licht

3) Digitalzoom (5x)

Der Zoom hilft bei Details (Risse, Kanten, Ablagerungen). Wichtig: Digitalzoom ist kein optischer Zoom – je nach Situation wird das Bild etwas körniger. Trotzdem in vielen Momenten praktisch.

Praxis-Test: Kanalinspektion am Hausanschluss – Schritt für Schritt

1. Vorbereitung

Ich stelle das Gerät stabil neben den Einstieg (Boden oder Tisch). Dann führe ich die Kamera über die Spule kontrolliert ein. Die Kabelspule sorgt dafür, dass alles sauber läuft und nicht verknotet.

2. Start der Inspektion

Ich fahre bis zum ersten Knick vor, gehe durch den Bogen und setze den Meterzähler auf Null. Ab hier kann ich exakt sagen, wie weit die Kamera vom Einstieg entfernt ist.

3. Erste Beobachtungen: Fremdkörper & Auffälligkeiten

Schon relativ früh waren kleinere Fremdkörper zu sehen. Solche Dinge können sich an ungünstigen Stellen sammeln – besonders wenn es im Rohr eine Senke gibt.

Dann der entscheidende Punkt: Die Kamera stand plötzlich unter Wasser.
Stehendes Wasser im Rohr ist ein klares Warnsignal: Entweder ist etwas blockiert, oder das Rohr liegt nicht mehr korrekt im Gefälle.

4. Diagnose: Rohr ist abgesackt (Senke)

Im Bild zeigte sich: Ich tauche in eine Wasserzone ein – und komme später wieder heraus. Das spricht stark dafür, dass das Rohr an einem Abschnitt abgesackt ist und dadurch eine „Tasche“ entsteht, in der Wasser und Schmutz stehen bleiben.

Positionsbestimmung (Praxiswert):

  • Die Problemzone begann grob im Bereich unter 2 m Entfernung.

  • Etwa bei 80 cm tauchte die KanalKamera ins Wasser ein.

  • Daraus ergibt sich ein Abschnitt von ca. 0,8 m bis 1,5–2 m, der wahrscheinlich korrigiert werden muss.

Konsequenz: An genau diesem Bereich würde ich aufgraben und das Rohr wieder korrekt ausrichten/„anheben“, damit das Gefälle stimmt.

Weiterfahrt: Rohr danach unauffällig

Ab dem abgesackten Abschnitt war der restliche Verlauf weitgehend okay. Bei etwa 5 m erreichte ich den Übergang zum Hauptkanal.

Blick in den öffentlichen Kanal: Warum es bei Starkregen zurückdrücken kann

Ich habe außerdem in den Bereich zur Straße geschaut (Übergang Hausanschluss → öffentlicher Kanal). In den Betonrohren war erkennbar, dass sich über die Jahre Verbindungen verschoben haben. nicht mehr perfekt sitzen.

Bei Starkregen kann der öffentliche Kanal schnell voll laufen. Wenn dann keine Rückstausicherung vorhanden ist (z. B. keine Rückschlagklappe), kann es im ungünstigen Fall Richtung Haus zurückdrücken – und genau das erklärt Kellerprobleme bei Überflutungslagen.

Bewertung: Was hat mir am S8591DM gefallen – und was nicht?

Vorteile (Pros)

  • Sehr praxisnaher Meterzähler: Reset auf Null, Distanz sofort ablesbar

  • Schneller Aufbau: anschließen, einschalten, loslegen

  • Gutes Livebild auf großem Monitor, LED-Licht gut regelbar

  • Robuste, wasserdichte KanalKamera – auch bei stehenden Wasserzonen nutzbar

  • Saubere Kabelführung dank Spule, insgesamt ordentlich und transportabel

  • Aufnahmefunktion (Video/Ton) hilfreich für spätere Auswertung/Belege

Nachteile (Cons)

  • Digitalzoom: hilfreich, aber je nach Szene sichtbar weniger scharf

  • Bei sehr alten/verschobenen öffentlichen Leitungen reicht „Kamera schauen“ nicht immer:
    oft braucht man zusätzlich professionelle Maßnahmen (Spülung, Sanierung, Rückstauschutz)

Für wen lohnt sich so ein System?

Sinnvoll für:

  • Hausbesitzer mit wiederkehrenden Abflussproblemen

  • Hausverwaltungen / Facility-Teams

  • Handwerksbetriebe (Sanitär/Drainage), die schnell eine Erstdiagnose brauchen

  • Anwender, die Problemstellen messen und gezielt öffnen wollen

Weniger sinnvoll, wenn:

  • der Kanal komplett dicht ist und gar nichts mehr durchgeht

  • es sich um einen Schaden im öffentlichen Kanal handelt (Zuständigkeit/Abstimmung nötig)

  • statische Schäden/Einbrüche vermutet werden → dann besser Profi vor Ort

Fazit: Mein Ergebnis aus dem Praxis-Test

Der Praxis-Test hat mir genau das geliefert, was ich gebraucht habe: eine klare Diagnose und eine messbare Position.
Die wiederkehrenden Probleme kommen sehr wahrscheinlich von einer Rohrsenke (abgesacktem Abschnitt), in der Wasser und Schmutz stehen bleiben. Dank Meterzähler kann ich die Stelle sehr genau eingrenzen – und muss nicht „auf Verdacht“ großflächig aufgraben.

Der nächste sinnvolle Schritt ist für mich:

  1. Rohrabschnitt im Bereich 0,8–2 m freilegen und korrekt ausrichten

  2. Langfristig über eine Rückschlagklappe nachdenken, um Rückstau bei Starkregen zu vermeiden

Häufige Fragen zur Kanalinspektion zu Hause

1. Wie finde ich die Problemstelle zuverlässig?

Setze den Meterzähler am Einstieg oder an einem festen Referenzpunkt auf Null. Notiere die Distanz, an der du die Auffälligkeit siehst.

2. Was bedeutet stehendes Wasser im Rohr?

Oft eine Senke (Rohr abgesackt) oder eine Teilverstopfung. Wenn du nach dem Wasserbereich wieder „trocken“ weiterkommst, ist eine Senke sehr wahrscheinlich.

3. Welche Rohrdurchmesser sind realistisch?

Mit passendem Protektor/Adapter lassen sich typische Hausanschluss-Durchmesser gut prüfen. Entscheidend ist nicht nur der Kamerakopf, sondern auch der Führungsadapter.

4. Reicht eine KanalKamera oder brauche ich zusätzlich eine Ortung?

Für „wo ungefähr“ reicht die Distanzmessung. Für „punktgenau von oben“ kann Ortung (z. B. Sender/Empfänger) hilfreich sein – vor allem, wenn Leitungen kurvig verlaufen oder der Einstieg nicht direkt über der Trasse liegt.

5. Wann sollte ich doch einen Profi rufen?

Wenn du massive Rohrbrüche/Einbrüche siehst, wenn gar kein Vorankommen möglich ist, oder wenn der öffentliche Kanal betroffen ist.

Abschließend

Dieses Praxisbeispiel basiert auf einer realen Inspektion am Hausanschluss. Das Gerät wurde für den Test zur Verfügung gestellt. im Rahmen einer Zusammenarbeit genutzt. Die Diagnose und Schlussfolgerungen ergeben sich aus dem sichtbaren Befund vor Ort.

Wenn du selbst eine Verstopfung, Rückstau oder wiederkehrende Abflussprobleme hast, kann eine eigene Kanalinspektion viel Zeit und Geld sparen – vor allem, wenn du die Stelle messbar bestimmen möchtest.

Passende Modelle und technische Details findest du auf sanyipace.eu.

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