Kanalkamera vs. Endoskopkamera: Was ist der Unterschied?

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Wer eine Inspektionskamera kaufen möchte, stößt schnell auf zwei Begriffe, die oft durcheinandergeraten: Kanalkamera und Endoskop-kamera. 

Beide helfen dabei, schwer zugängliche Bereiche sichtbar zu machen – aber sie sind für unterschiedliche Umgebungen ausgelegt. Während die Kanalkamera typischerweise für Abfluss-, Rohr- und Kanalinspektionen entwickelt ist, wird die Endoskop-kamera meist für kleinere, engere Hohlräume eingesetzt (z. B. in Auto, Gerätetechnik und Wandhohlräumen).

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen kurz und verständlich, wodurch sich beide Kameratypen unterscheiden – und welche Lösung in Ihrer Praxis wirklich Sinn ergibt.

Was ist eine Kanalkamera?

Kanalkamera

Eine Kanalkamera (auch Rohrkamera/Kanalinspektionskamera) ist eine spezielle Inspektionskamera, die entwickelt wurde, um Rohre, Abflüsse, Kanäle oder ähnliche Leitungen visuell zu prüfen – also Bereiche, die man mit dem Auge nicht erreichen kann.

Was ist eine Rohrkamera? Im Kern handelt es sich um ein robustes Kamerasystem, das speziell für die Inspektion von Rohrleitungen konzipiert ist. Typisch ist ein robuster Kamerakopf (oft Metallgehäuse) mit LED-Beleuchtung, der am Ende eines Schiebekabels oder einer Schubstange/Spule sitzt und so in die Leitung vorgeschoben wird.

Der praktische Nutzen: Mit einer Kanalkamera lassen sich Blockaden, Ablagerungen und Schäden wie Risse oder Brüche erkennen, ohne dass man das Rohr großflächig öffnen oder freilegen muss – man kann die Problemstelle gezielter lokalisieren und beheben.

Je nach Modell kommen zusätzliche Profi-Funktionen dazu. B. DVR-Aufnahme, selbstnivellierender Kamerakopf, Meterzähler oder eine Ortung über einen 512-Hz-Sender, damit sich die Position des Kamerakopfes/der Sonde mit einem passenden Empfänger von außen auffinden lässt. 

Was ist eine Endoskopkamera?

Endoskopkamera

Eine Endoskopkamera (oft auch Inspektionsendoskop oder Boroskop) ist eine kompakte Kamera für die Sichtprüfung in sehr engen, schwer zugänglichen Bereichen – zum Beispiel in Hohlräumen, hinter Verkleidungen, im Motorraum, in Geräten, Möbeln oder Installationsschächten. Charakteristisch ist ein sehr kleiner Kamerakopf mit integrierter LED-Beleuchtung, der an einem flexiblen oder halbstarren Kabel sitzt.

Viele Endoskop kameras sind so konzipiert, dass sie schnell und unkompliziert eingesetzt werden können: Je nach Modell erfolgt die Anzeige über ein integriertes Display, per USB am Laptop/Android-Gerät oder über WLAN auf dem Smartphone (App). Dadurch eignen sie sich besonders für kurze Sichtprüfungen im Alltag oder in der Werkstatt – etwa um eine lose Schraube zu finden, Korrosion zu prüfen oder den Zustand in einem Hohlraum zu beurteilen.

Kanalkamera vs. Endoskopkamera: Unterschied

Kriterium

Kanalkamera

Endoskop kamera

Typischer Einsatz

Abfluss, Rohr, Kanal, Drainage

Hohlräume, Auto, Geräte, Wand/Decke

Umgebung

Nass, schmutzig, teilweise Abwasser

Eher trocken bis leicht feucht (modellabhängig)

Vorschub

Schubstange/Schiebekabel – stabil über längere Strecken

Flexibles/halbstarres Kabel – gut für enge Stellen, weniger „schiebefest“

Reichweite

Oft lange Kabellängen (für Leitungen)

Meist kürzere bis mittlere Kabellängen

Kamerakopf

Robuster, größerer Kopf für Rohrdurchmesser

Sehr kleiner Kopf für enge Spalte/Bohrungen

Zusatzfunktionen

Häufig Meterzähler, DVR, Ortung (z. B. 512 Hz)

Oft App/USB/WLAN, kompakt, schnell einsatzbereit

Ziel

Rohrzustand, Verstopfung, Schaden finden & lokalisieren

Sichtprüfung/Fehler finden in engen Technikbereichen


Kanalkamera vs. Endoskopkamera

1) Funktion

Kanalkamera: Entwickelt für die Inspektion von Rohr- und Kanalsystemen – sie hilft dabei, Verstopfungen, Ablagerungen und Schäden (Risse, Brüche, Wurzeleinwuchs) in Leitungen sichtbar zu machen.

Endoskopkamera: Optimiert für kurze Sichtprüfungen in engen Hohlräumen – ideal zum Auffinden von Fremdkörpern, zur Zustandskontrolle oder zur Fehlersuche an schwer erreichbaren Stellen.

2) Einsatzbereich

Kanalkamera: Sinnvoll, wenn Sie regelmäßig Abflussrohre/Kanäle prüfen (Hausanschluss, Grundleitung, Regenwasserleitung, Drainage).

Endoskopkamera: Sinnvoll für Werkstatt/Haushalt (Motorraum, Lüftung, Wandhohlraum, Maschine, Möbel, Technikschacht).

3) Vorschub & Reichweite

Kanalkamera: Wird meist über ein stabileres Schiebekabel oder eine Schubstange vorgeschoben – dadurch kommen Sie weiter und kontrollierter durch Leitungen.

Endoskopkamera: Hat typischerweise ein flexibles/halbstarres Kabel – super für „um die Ecke schauen“, aber in langen Rohren oft schwerer zuverlässig vorzuschieben.

4) Wasserdichtigkeit & Schmutz

Kanalkamera: Für Nässe, Schlamm, Schmutz gemacht; viele Modelle sind auf harte Rohr-Umgebungen ausgelegt.

Endoskopkamera: Je nach Modell spritzwassergeschützt bis wasserdicht – aber häufig nicht für dauerhaft schmutziges Abwasser und harte Rohr-Reibung gedacht.

5) Kamerakopf, Durchmesser & Sichtfeld

Kanalkamera: Kamerakopf meist größer und robuster, passend für typische Rohrdurchmesser; LEDs sind stark, damit auch trübe Bereiche sichtbar bleiben.

Endoskopkamera: Kamerakopf oft sehr klein (für feine Zugänge), dadurch perfekt für enge Stellen – dafür weniger „Panzerung“ für grobe Rohrbedingungen.

6) Zusatzfunktionen & Zubehör

Kanalkamera: häufig mit Meterzähler (Längenanzeige), Aufnahme (DVR/SD), teils selbstnivellierendem Kopf und optional Ortung (z. B. Sender + Empfänger).

Endoskopkamera: häufig mit Smartphone-/USB-/WLAN-Anbindung, teils mit Spiegel-/Hakenaufsätzen; Fokus liegt auf Schnelligkeit & Handlichkeit.

7) Bedienung & Setup

Kanalkamera: eher „Systemgerät“ (Monitor/Recorder/Spule) – dafür sehr praxisorientiert für Rohrjobs.

Endoskopkamera: Eher „Sofort-Tool“ – auspacken, verbinden, reinschauen.

Welche Inspektionskamera eignet sich besser für Ihre Anwendung?

Kanalkamera vs. Endoskopkamera

1) Wählen Sie eine Kanalkamera, wenn …

 Sie prüfen Abfluss-/Kanalprobleme, erreichen längere Rohrstrecken oder brauchen eine robuste, wasserdichte Lösung (ggf. mit Meterzähler/Ortung zur Positionsbestimmung).

2) Wählen Sie eine Endoskopkamera, wenn …

Sie wollen enge Hohlräume im Haus, in Geräten oder am Auto inspizieren und legen Wert auf einen kleinen Kamerakopf, ein flexibles Kabel und einen schnellen Einsatz (z. B. per Smartphone/USB).

Zusammenfassung

Kanalkamera und Endoskopkamera verfolgen das gleiche Ziel – sichtbar machen, was sonst verborgen bleibt – sind aber für verschiedene Einsatzwelten gebaut:

Für Rohr, Abfluss oder Kanal ist die Kanalkamera in der Regel die verlässlichere Wahl. Für kurze, enge Inspektionen in Technikbereichen punktet die Endoskopkamera durch Handlichkeit und einen kleinen Kamerakopf.

Unsere Empfehlung: Wenn Ihr Ziel die Inspektion von Rohrleitungen ist, wählen Sie direkt eine Kanalkamera – damit sparen Sie Zeit, vermeiden Fehlkäufe und finden Verstopfungen oder Schäden deutlich schneller. Jetzt passende Kanalkameras entdecken und das richtige Modell für Ihren Einsatz auswählen.

Häufig gestellte Fragen

Kanalkamera

1) Kann ich mit einer Endoskopkamera einen verstopften Abfluss prüfen?

Für sehr kurze Strecken (z. B. direkt hinter dem Siphon) kann das funktionieren – aber bei längeren Leitungen ist eine Kanalkamera meist deutlich besser, weil sie für Rohrdurchmesser, Vorschub über Strecke und „schmutzige“ Umgebungen gebaut ist. 

Genau diese Abgrenzung (Rohrkamera/Kanalkamera für längere Rohrleitungen vs. Endoskop für kleinere Öffnungen) wird in Fachbeiträgen häufig so beschrieben.

2) Für welchen Rohrdurchmesser ist eine Kanalkamera geeignet?

Das hängt vom Kamerakopf-Durchmesser ab: Viele Systeme werden für Leitungen ab einem bestimmten Innendurchmesser beworben (z. B. „ab φ 18 mm“ bei bestimmten Modellen).

Bei professionelleren Geräten werden Einsatzbereiche oft als Nennweiten-Spanne angegeben (z. B. NW 30–250 mm, je nach Bogenfähigkeit).

3) Was bedeutet IP67/IP68 – und gilt das auch für Abwasser?

IP-Schutzklassen erklären, wie gut ein Gehäuse gegen Staub und Wasser geschützt ist.
Wichtig: Angaben wie „Untertauchen“ beziehen sich in der Praxis häufig auf klares Wasser und Herstellerbedingungen – bei anderen Flüssigkeiten kann das abweichen.
Für Abfluss-/Kanalumgebung ist daher nicht nur „IP“, sondern auch Robustheit (Kopfgehäuse, Kabel/Schubstange) entscheidend.

4) Wozu dient ein Meterzähler bei Kanalkameras?

Ein Meterzähler zeigt an, wie weit die Kamera ins Rohr vorgeschoben wurde – das hilft, die Schadstelle/Blockade später gezielt zu lokalisieren (z. B. „bei 12,4 m“). Viele Profi-Systeme erwähnen genau diese Funktion (teils inkl. „Null“-Taste und Dokumentation).

5) Was ist eine 512-Hz-Ortung bei Kanalkameras – und wann brauche ich sie?

Bei 512 Hz geht es um Sonden-/Sender-Ortung: Ein eingebauter Sender (oder eine Sonde am Kopf) sendet ein Signal, das man mit einem passenden Ortungsempfänger an der Oberfläche „verfolgen“ kann – praktisch, wenn Sie die Position im Boden/Wand finden müssen. Produkte und Anleitungen beschreiben diese Kombination aus Sender + Locator genau für das punktgenaue Auffinden.

6) Funktioniert eine Endoskopkamera am Smartphone (iPhone/Android) – brauche ich OTG oder WLAN?

Viele Endoskopkameras laufen entweder per WLAN (mit App) oder per USB. Für USB-Varianten wird bei Android-Geräten oft OTG-Unterstützung benötigt; alternativ ist eine WLAN-Version meist unkomplizierter.

Bei iPhone/iPad ist die App-/Kompatibilität je nach Modell/OS-Version unterschiedlich – App-Store-Rezensionen zeigen, dass es hier manchmal Probleme geben kann.

Weiterführende Lektüre: Besten Kanalkameras im Jahr 2026

Sam· Rosen

Sam· Rosen

Sam Rosen ist Rohr- und Kanaltechniker mit Fokus auf Abfluss- und Rohrleitungsinspektionen. Er arbeitet seit Jahren an typischen Fällen wie Verstopfungen, Rückstau, Ablagerungen und Rohrschäden – vom privaten Haushalt bis zur Grundleitung. In seinen Beiträgen erklärt er praxisnah, wie man Probleme sicher erkennt und welche Kameratechnik sich dafür wirklich eignet. Schwerpunkte: Kanalinspektion, Rohrreinigung, Schadstellenlokalisierung, Kanalkameras & Ortung

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